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Das Dorf

Besondere geschichtliche Ereignisse, die Wörnitzstein im Reigen der Jahrhunderte betreffen, sind bekannt und ausreichend dokumentiert.

Der Interessierte sei besonders auf die untenstehenden Literatur verwiesen. Aber auch die Festzeitschrift des Schützenvereines zum 75-jährigen, der Musikkapelle Wörnitzstein zum 10-jährigen, und der Freiwilligen Feuerwehr zum 100-jährigen Bestehen berichten darüber. Einige Besonderheiten seien hier noch einmal aufgeführt.

Erste Ansiedlungen von Wörnitzstein (früher „Stain, zu Steine“ oder ähnlich) reichen bis in die letzten Jahrhunderte vor Christi Geburt zurück. Urkundlich wird es erstmals 1194 erwähnt. Im 13. Jahrhundert hat der Ort seinen ersten Aufschwung unter den Fittichen des Klosters Kaisheim, dem es unterstand, miterleben dürfen.

Die Wirtschaftsgüter des Zisterzienser waren zu dieser Zeit für die Umgegend Mustergüter. Die Mönche stammten aus den verschiedensten Gegenden. Die Erfahrungen in ihrer Heimat und die Gelegenheit, im Kloster und im Verein mit anderen Konventen neueste Erkenntnisse zu sammeln und zu verwerten, wirkte befruchtend auf die damalige Landwirtschaft der Umgegend. Treffliche Obstarten aus Frankreich und Italien fanden ihre Verbreitung. Die Fischzucht, notwendig durch das Fleischverbot des Ordens, die Rinder- und Schafzucht wurden gefördert. Auch Weinkulturen wurden wohl in dem nach Süden abfallenden Wochenendgebiet „Weinberg“ angelegt.

Freilich ging es nicht immer friedlich zu. Vor unruhigen, kriegerischen Zeiten mit Brandschatzungen, Besatzung und Plünderung, im Gefolge Hungersnot, Seuchen, Elend und Verarmung blieb auch Wörnitzstein nicht verschont. Brände und Plünderungen sind schon aus den Jahren 1450 und 1511 bis 1521 beurkundet.

In der Zeit der Glaubensspaltung war das Dorf neuen Belastungen ausgesetzt. Die westliche Dorfhälfte (die Wörnitz war die Grenze) unterstand der Grafschaft Oettingen, Landsherr der östlichen Hälfte war Pfalz-Neuburg, das auch die Landeshoheit über das Kloster Kaisheim ausübte. Seit dem Jahre 1570 versuchte das Haus Oettingen mehrmals, ganz Wörnitzstein für den lutherischen Glauben zu gewinnen. Der katholische Pfarrer Heck wurde deswegen sogar einmal aus der Kirche vertrieben. Erst durch den Vergleich 1667 bekam das Kloster Kaisheim das Patronatsrecht für ganz Wörnitzstein, während Brachstadt an Oettingen abgetreten wurde und dadurch zum protestantischen Glauben fand.

Heute ist Wörnitzstein eine Wohnsiedlung mit rund 770 Einwohnern. Sie ist seit der Gemeindereform politisch der Stadt Donauwörth angegliedert. Donauwörth ist für Wörnitzstein „die Stadt“, in der man einkauft, vorwiegend arbeitet, Ärzte und Ämter besucht und die Jugend in den höheren Schulen lernt. Die Grundschule ist seit 1966 dem Riedlinger Schulsprengel zugeschlagen und unsere jüngeren Kinder teilen sich gemeinsam mit den Riedlingern den dortigen Kindergarten. Sport- und Schützenheim, Feuerwehrhaus, altes Schulgebäude, zwei Gaststätten und ein Pfarrhaus bieten sich für das öffentliche Dorf- und Vereinsleben an. Verbindungsstraßen bestehen nach Donauwörth, Ebermergen, Riedlingen und Oppertshofen. Mit dem Zug kann man in Richtung Donauwörth und Nördlingen reisen. Am Fahrradweg der Romantischen Straße und am Wanderweg Donau-Main gelegen, ist Wörnitzstein ein idyllischer Ort, der von Fremden gerne besucht und von Einheimischen geschätzt wird. Zwar ist die in Jahrhunderten geprägte und gewachsene dörfliche Gemeinschaft auch in Wörnitzstein den geänderten Verhältnissen der modernen Zeit ausgesetzt, so fehlt der ehemalige Tante-Emma-Laden vielen, aber unsere Gemeinschaft besteht trotz der geschrumpften bäuerlichen Betriebe. Das beweisen die zwölf Vereine des Ortes mit ihren sportlichen, kulturellen und informatorischen Veranstaltungen.