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Die Brücke

Fährt man über die Wörnitzsteiner Brücke, wird man die Geschwindigkeit zügeln müssen. Vor allem, wenn Gegenverkehr herrscht.

Was mögen die Gründe für die geringe Straßenbreite sein?

Sicher einmal, dass bei der Erbauung die heutige Verkehrsdichte nicht vorausgesehen werden konnte. Aber auch, weil eine nach dem Kriege finanziell ausgeblutete Gemeinde die Voraussetzungen für einen großzügigen Brückenbau nicht leisten konnte.

Die ehemals an gleicher Stelle etwa im Jahre 1897 erbaute hölzerne Brücke zerstörten 1945 deutsche Soldaten. Sie war nur von geringer Stabilität. Schwere landwirtschaftliche Fuhrwerke benutzten deshalb die ehemalige Eisenbahnbrücke. Bei Hochwasser war die Dorfbrücke gesperrt. Im Jahre 1920 wurde sie durch Hochwasser zerstört (Christian Keppeler: „s´ Hochwasser kommt“)

Die Aufbauarbeiten 1947/48 mussten zunächst unterbrochen werden, weil es an Steinen für die Bögen mangelte. Als es Steine gab, fehlte durch die Währungsumstellung das Geld. Mancher zahlte am Tage der Währungsreform (20. Juni 1948) sein Kopfgeld von 40,-- DM in den Brückenfond. Die Haus- und Grundsteuer wurde vorausbezahlt und der damalige Bürgermeister verkaufte sogar eine Kuh, um mit dem Erlös den Brückenbau voranzubringen. Eine der schönsten Brücken im Donauwörther Stadtbereich (Lore Grohsmann: „Donauwörth wie es ist“) wurde in den Jahren 1983/85 vollkommen saniert und im Juni 1985 von Bürgermeister Dr. Alfred Böswald übergeben.

Schon immer zierte eine Nepomukfigur die Wörnitzsteiner Brücke. Bis zum Jahre 1920 eine Holzfigur und ab dieser Zeit bis 1945 eine Nepomuk-Silhouette aus Blech. Mit Spendengeldern konnte am 21. Mai 1989 eine von dem Münchner Künstler Alfred Görig aus Muschelkalk gestaltete Nepomuk-Figur enthüllt werden.

Eine zweite, bereits erwähnte Brücke führte erstmals auf Wörnitzsteiner Gebiet über den Fluss; die ehemalige Eisenbahnbrücke. Sie wurde mit der gesamten Bahnlinie über Felsheim, Promenadentunnel bis zum damaligen Donauwörther Bahnhof beim Hotel Krebs in den Jahren 1845 bis 1849 erbaut und nach der Errichtung des jetzigen Bahnhofes (1877) von der Bahn aufgegeben. Am 22. April 1945 wurde sie von deutschen Truppen gesprengt.